#picoloapp – Nimmt euch nicht nur eure Kreativität

Ich bin mir sicher, dass jeder von uns schon einmal (freiwillig oder unfreiwillig) bei einem Trinkspiel mitgemacht hat. Bei Hauspartys ist das fast schon Gegenstand der Feier und wenn man anschließend plant, noch um die Häuser zu ziehen, dann gehört es praktisch zum Vorglühen dazu. Und das ist nicht erst seit einigen Jahren in Mode: „Flaschendrehen“, “King’s Cup“, „Wahrheit oder Pflicht“ oder wie sie alle heißen, gibt es schon lange und natürlich kann und konnte man sich immer wieder was Neues ausdenken.

Mittlerweile, im Zeitalter des hochwohlgeborenen Smartphones, gibt es- welch Überraschung!- auch für Trinkspiele eine App. Beziehungsweise, es gibt DIE Trinkspiel- App und die nennt sich „picolo“. Fragt mich nicht warum, ich wäre nie darauf gekommen, dass „picolo“ eine App für ein Trinkspiel sein könnte. Bevor man sie nutzen kann, warnt einen die App netterweise vor zu großem Alkoholkonsum und dass die App für eventuelle, unter Alkoholkonsum entstandene Konsequenzen, nicht haftet. Wäre auch komisch, wenn sie das tun würde.
Nach dem Bestätigen dieser Warnung, werden fünf Spielvarianten vorgeschlagen, von denen aber nur eine kostenlos zur Verfügung steht. Also werden sich die meisten picolo- App- Nutzer für die Variante mit dem spannungserzeugenden Namen „zuvor“ entscheiden. Man gibt nun die Namen aller Spieler ein, damit die App ihre Fragen individuell anpassen kann und los geht der Spaß. Klingt erst mal nicht so schlecht, schließlich muss man sich so nicht lange irgendwelche Fragen überlegen und kann sofort losspielen.
Nun ist es aber so, dass die Zeit von Smartphone auch die Zeit von Facebook, Snapchat und Co. ist, und eine Trinkspiel App natürlich mit diesen Plattformen kooperiert. „…stelle bei Facebook einen bekloppten Satz rein, der folgende Wörter beinhaltet:…“. Ab hier geht die App für mich zu weit, denn ein Trinkspiel sollte im Rahmen der Gesellschaft bleiben, die beim Spiel beteiligt ist, und sollte nicht nach außen getragen werden. Allgemein, wenn man trinkt, sollte man seine Handys außer Reichweite verbannen und nicht noch „bekloppte“ Nachrichten, Fotos usw. verschicken (müssen!). Auf Facebook können es alle möglichen Leute sehen und was im Internet ist, bleibt dort, auch wenn man es löscht. Außerdem ist es für alle nicht Beteiligten unangenehm, wenn sie komische Selfies von Leuten bekommen, von denen sie nur zwei kennen. Das ist dann alles andere als witzig und am nächsten Tag für die peinlich, die auf dem Foto zu sehen sind.

Was für die App spricht (sofern man im Rahmen eines Trinkspieles davon sprechen kann) ist, dass sich die Fragen sehr lange nicht wiederholen. Die Entwickler dieser App waren also sehr kreativ, auch wenn sie den Spielern damit den Großteil ihrer Kreativität nehmen.
Trotzdem finde ich die App total sinnlos, denn den Spaß, den man dabei hat, hat man bei anderen Spielen auch.

Und zum Schluss noch eine kurze Bemerkung: Wer glaubt, dass man nach einem Trinkspiel immer heillos besoffen ist, der liegt falsch. Um das zu vermeiden müsst ihr natürlich selbst erkennen, wann für euch der Zeitpunkt gekommen ist, um aus dem Spiel auszusteigen. Und Freunde, die das nicht verstehen, sind keine richtigen Freunde.

ihr hört von mir,

Gingia

picolo-soiree-jeu-smartphone-boisson-alcool

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