„An Tagen wie diesen“- oder „Maria soll’s richten“

Mit dem heutigen Tag ist es eine Woche und einen Tag her, dass ich wiedermal (und ja, das wird zur Gewohnheit) ein Musical in meiner ehemaligen Schule anschaute. Dieses Mal war es ein satirisch- humorvolles Schauspiel, das ziemlich ländlich angehaucht war und die typischen Klischees und das Schubladendenken eines kleinen Dorfes wiederspiegelte.

Die Handlung drehte sich also, wie gesagt, um ein kleines fiktives Bauerndorf in „Wo-Auch-Immer“, in dem so gut wie gar nichts passiert. Deshalb erfinden Bürgermeisterin und Co. eine Marienerscheinung, die eine in Schulden versinkende, arme Bäuerin bestätigen muss und alles nimmt seinen Lauf. Jeder im Dorf will sein Stückchen vom Kuchen des Ruhmes, der nun ins Dorf kommt, haben und man wird sich schon bald vor Tourismus nicht mehr retten können.

Den Abschluss macht das Musical, das wie immer hervorragend inszeniert wurde, damit, dass der Dorfpfarrer verwiesen wird, weil er nicht an die famose „Marienerscheinung“ glaubt und mit einem etwas melancholischen Alkoholiker, der auch auf die Schattenseiten eines erfolgreichen und famosen Dorfes zeigt.

Dieses Musical hat mich zum Nachdenken gebracht. Stellt euch Mal vor, sowas würde in eurem Dorf passieren. Klar, im ersten Moment ist es toll, die Langeweile hat ein Ende und es ist endlich was los im Dorf. Aber auf die Dauer könnte ich das nicht aushalten. Der Tourismus würde boomen, 365 Tage im Jahr wären alle Hotelzimmer ausgebucht und jeden Tag würde man mehr Touristen als Einheimischen begegnen. Ganz zu schweigen von den überfüllten Straßen, Autobussen, den heimischen Cafés, Geschäften und Restaurants.

Um nicht ganz von einer Rezension abzuweichen muss ich sagen, dass dieses Stück jeden Cent des Geldes Wert war und mich sowohl Schauspiel, als auch Gesang, Band, Ton, Licht und Bühnenbau auf ganzer Linie überzeugt haben. Und dann noch die Botschaft. Sowas könnte man öfter haben.

Ihr hört von mir (vielleicht sogar einige weitere Rezensionen),

Gingia

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