Unser perfektes Leben in den sozialen Netzwerken

Bilder von exotischen Stränden, spannenden Freizeitaktivitäten oder einem aufregenden Partymarathon am Wochenende werden uns täglich von unseren „Freunden“ in sozialen Netzwerken unter die Nase gerieben. Studien belegen bereits, dass wir von dem Anblick solcher Postings ein ziemlich großes Gefühl von Neid entwickeln. Doch habt ihr euch schon einmal die Frage gestellt was sich hinter der Fassade dieser Bilder verbirgt?Aus welchem Grund entschließen wir uns überhaupt Bilder von ziemlich privaten Angelegenheiten, wie beispielsweise Urlaubserlebnissen, mit dem Internet zu teilen?

Ok geben wir es einfach zu: wir wollen, dass andere Personen sie begutachten und grün vor Neid werden. Jeder von uns hat doch sogar eine ganz bestimmte Vorstellung davon, wer die Fotos sehen soll und wie die Personen in diesem Augenblick reagieren. Aber wehe es gibt dafür dann kein Like! Eigentlich ist dieses pubertäre Verhalten ziemlich traurig, nicht zu sagen tragisch. Es scheint, als hätten wir nichts Besseres zu tun, als uns Gedanken darüber zu machen, wie wir allen zu begreifen geben, wie großartig unser Leben ist.

Aus diesem Grund werden auch mal sterbenslangweilige Ausflüge in angesagte Clubs oder Wanderungen in die schlimmste Einöde mit Hilfe von lustigen Selfies dargestellt, um alle Welt spüren zu lassen, wie toll doch dieser vergeudete Tag eigentlich war. Es scheint uns Spaß zu machen, die Wahrheit zu verdrehen und dafür bei denjenigen Personen, die das Posting begutachten, ein Gefühl des Neides zu wecken.

Auf der anderen Seite spielt sich heute ein Großteil unseres Lebens im Internet ab. Wir verbringen extrem viel Zeit damit, in allen Arten von Bildschirmen zu starren. Möglicherweise sind wir dann schlicht und ergreifend überfordert, sobald wir einen Schritt in die „reale Welt“ wagen. Somit wären solche Postings kein Ausdruck von mangelndem Selbstbewusstsein, sondern eine Reaktion auf die Überforderung mit frischer Luft, Sonnenstrahlen und fremd anmutenden Geräuschen konfrontiert zu werden.

Was mich angeht, unternehme ich jetzt erst einmal einen ausgedehnten Spaziergang. Bis Bald!

Euer Manu

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2 Gedanken zu “Unser perfektes Leben in den sozialen Netzwerken

  1. … genau, du triffst es auf den Punkt … wenn ich anfangen würde die ganzen Posts von Freunden zu lesen bzw. anfangen in den Nachrichten zu blättern, käme ich gar nicht mehr zum Radfahren, Schwimmen, … und hätte dann gar nichts mehr zu posten, bloggen, … und niemand könnte mehr vor Neid erblassen, was die olle Tante wieder geleistet hat … und die Selbstdarstellung … ahahaaaaa, warum macht frau das bloß? 🙂 🙂 🙂 – morgen und übermorgen und überübermorgen gehe ich erst mal radfahren … 😉

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