„Good Evening, Europe!“ – Mehr als skurrile Auftritte in lustigen Kostümen

Der Eurovision Song Contest (kurz ESC) ist zurzeit der größte Musikwettbewerb der Erde. Über 200 Millionen Fernsehzuschauer und über 40 jährlich teilnehmende Staaten sprechen eine eindeutige Sprache. Der ESC blickt dabei auf eine 60-jährige Geschichte zurück und kürt am heutigen Samstag, den 14. Mai 2016, seinen 61. Sieger.

Das sind beeindruckende Zahlen für eine Musikshow, welche zu Beginn nicht die primäre Intention hatte zu unterhalten. Vielmehr sollte sich das kriegsgebeutelte Europa, durch eine gemeinsame Leidenschaft wieder annähern: Musik. Aus diesem Grund beschloss im Jahre 1955 die Europäische Rundfunkunion (EBU), ein Zusammenschluss der staatlichen und öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten, ein gemeinsames Projekt auf die Beine zu stellen. Der Grand Prix of the Eurovision wurde im darauffolgenden Jahr 1956 zum ersten Mal in der Schweiz veranstaltet, damals mit sieben teilnehmenden Ländern.

Zugegeben: mit der allerersten Ausgabe des ESC hat der heutige Wettbewerb nicht mehr all zu viel gemeinsam. Es gibt mehr teilnehmende Staaten, aufwändiger gestaltete Bühnenbilder und ein Abstimmungsverfahren, bei dem in alle teilnehmenden Staaten live geschaltet wird.

Welchen Stellenwert der Eurovision Song Contest heute hat, konnte man zuletzt an dem Sieg von Conchita Wurst im Jahre 2014 sehen. Es war eine Meldung die rund um den Globus ging und dabei ein Bild eines weltoffenen und toleranten Europa zeichnete. Gleichzeitig wurde natürlich auch gegen das Ergebnis protestiert und sowohl Frau Wurst als auch der Wettbewerb von Zuschauern und Politikern – milde ausgedrückt: beschimpft.

Trotzdem (oder vielleicht genau aus diesem Grund) nehmen Jahr für Jahr Musiker teil, deren Songs zu Frieden und Toleranz aufrufen, weshalb also die Wurzeln des ESC nicht ganz in Vergessenheit geraten sind. Auch die Veranstalter geben sich immer große Mühe, einige Sehenswürdigkeiten der teilnehmenden Staaten möglichst gut in Szene zu setzen und den Zuschauern ins Wohnzimmer zu senden. Dass das Live-Publikum in den Austragungsstätten nicht immer so Fair ist, konnte man zuletzt bei den Auftritten von Russland in Wien und Kopenhagen sehen. Diese wurden, nach der Annektion der Krim, nämlich aufs übelste ausgebuht.

Zusammengefasst hat der ESC natürlich großen Unterhaltungswert. Ob man sich an guter Musik oder abenteuerlich schlechten Auftritten ergötzt, ist dabei jedem selbst überlassen. Dennoch darf dessen politischer Einfluss nicht außer Acht gelassen werden. Aus einem Wettbewerb, mit dem Ziel endlich Frieden zu schaffen, kann auch immer wieder Konfliktpotential entstehen, wobei man sich fragen muss, ob dies bei einem Wettbewerb überhaupt zu vermeiden ist.

Abschließend wünsche ich uns allen noch einen spannenden Fernsehabend und viel Glück, dass es für euren Favoriten heißt: „12 points go to…!“

Euer Manu

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