Schlechte Laune – Eine Leidensgeschichte

Wir schreiben den 04.11.2015. Ort: Studentenheim in 6020 Innsbruck, Österreich. Zeit: viel zu früh am Morgen. Die ersten Sonnenstrahlen des neuen Tages scheinen durch das Fensterrollo hindurch, brennen auf meinen Augenliedern. Diese sind noch immer krampfhaft zusammengepresst als ob sie auf diese Weise eine unüberwindbare Barriere, für die zuvor genannten Sonnenstrahlen darstellen würden. 20 Minuten voller Kampf und der Einsicht, diesen verloren zu haben, rolle ich mich langsam von meiner weichen, warmen Matratze ab. Ich setze meine Füße auf den kalten Boden, verfluche mich selbst, dieses Unternehmen gestartet zu haben. Langsam setze ich mich in Bewegung, stehe vor dem Badezimmerspiegel, der mir das gesamte Ausmaß der Katastrophe aufzeigt. Ich tröpfle etwas lauwarmes Wasser auf meine geröteten Augen, welche meine Umgebung in einem leichten Grauschimmer wiedergeben. So sollte ein Tag nun wirklich nicht beginnen. Aber hilft ja nichts.

Ich ziehe mich um und gehe in die Gemeinschaftsküche, um meinen knurrenden Magen zu besänftigen. Vorsichtig wage ich einen Blick durch die Tür und erkenne keine Menschenseele. Gott sei Dank! Wenigstens kann ich so meine Mitbewohner nicht mit meiner schlechten Laune anstecken. Und was noch viel wichtiger ist: sie können mir nicht deren gute Laune unter die Nase reiben!

5 Minuten voller Missgeschicke später, die zu Boden fallendes Besteck, ein verschüttetes Glas Wasser und ein versehendlich in den Müll befördertes Marmeladenbrötchen, zur Folge haben, sitze ich nun an einem der Tische. Ich bin allein, ärgere mich über diesen Morgen, der nicht schlimmer hätte sein können. Die Geschehnisse schwirren mir noch eine Weile in meinem Kopf herum. Das grauenhafte Erwachen, der Schock vor dem Spiegel, die Missgeschicke in der Küche.

Plötzlich beginne ich darüber zu schmunzeln, finde es geradezu urkomisch auf welche Art und Weise ein Tag beginnen kann. Möglicherweise ist auch schlicht und ergreifend der Moment gekommen, an dem mein Kaffee, bzw. dessen Koffein, seine Wirkung entfaltet und meine Laune wieder hebt. Jedenfalls beginne ich lauthals loszulachen, während die ersten Bewohner des Heimes die Küche betreten. Ich habe mich nicht mehr unter Kontrolle und bekomme Schwierigkeiten genügend Sauerstoff aufzunehmen. Da fällt mir auf, dass es wohl doch besser gewesen wäre mit schlechter Laune meinen Mitbewohnern gegenüberzutreten. Diesen Status würde man einfacher wieder loswerden als den des Verrückt-seins. Darüber kann ich nun sicherlich noch eine Zeit lang weiterlachen.

Das nächste Mal bleibe ich im Bett.

Euer Manu

Mit dem falschen Fuß aufgestanden.

Mit dem falschen Fuß aufgestanden.

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